Taten statt warten

Säumige Kunden sind gerade für kleinere Unternehmen ein erhebliches Risiko. Umsatzeinbußen können Gewinn und Liquidität nachhaltig gefährden. Höchste Zeit, um gegenzusteuern.

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Der Brexit, eine drohende Überhitzung der heimischen Konjunktur und die mögliche Abschottung der USA gegenüber ausländischen Produkten – die große Wirtschaftspolitik macht auch vor deutschen Unternehmen nicht halt. Selbstständige, Handwerksbetriebe und klassische Mittelständler denken angesichts der ökonomischen Großwetterlage verstärkt darüber nach, wie sie ihre Rentabilität weiterhin sichern können.

Im Fokus stehen dabei verspätet beziehungsweise gar nicht bezahlte Rechnungen, welche die Liquidität gerade kleinerer Firmen bedrohen können. So will ein Viertel von ihnen nun Schutzvorkehrungen gegen Kredit- und Forderungsausfälle treffen. Das heißt, sie planen, die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden häufiger als bisher zu überprüfen und zugleich das Kreditrisiko zu überwachen. Schließlich erwartet nahezu ein Drittel der deutschen Unternehmen eine Verschlechterung des Zahlungsverhaltens ihrer Kunden im In- und Ausland. Das ist ein Ergebnis einer Studie, die der Kreditversicherer Atradius durchgeführt
hat. „Auffällig ist, dass bei vielen Unternehmen insbesondere Inlandsgeschäfte
für einen großen Teil der Forderungsausfälle sorgen“, kommentiert Andreas Tesch, Chief Market Officer von Atradius, die Studienergebnisse.

Rechnungen bleiben lange unbezahlt

Die Befürchtung der befragten Unternehmer, dass sie künftig länger auf ihren Forderungen sitzen bleiben könnten, hat ihren Grund. So meldeten fast alle von ihnen (92,4
Prozent), dass sie von einem oder mehreren Kunden zu spät bezahlt wurden. Im Verhältnis zum Gesamtwert der Forderungen, landeten 41 Prozent des Geldes erst nach Ablauf der Zahlungsfristen auf den Konten der Unternehmen. Im Durchschnitt dauert es von der Rechnungsstellung bis zum Ausgleich der Forderung 45 Tage. Dabei räumen deutsche Unternehmen Kunden im Schnitt 24 Tage ein, um die Rechnung zu begleichen. Im restlichen Westeuropa sind es 32 Tage. Die längsten Zahlungsverzüge gab es in der Lebensmittel- sowie in der Baubranche, in denen Kunden mit durchschnittlich 30 Tagen die längsten
Fristen gewährt werden.

Kredit auf fremde Kosten

Warum es zu verspäteten Zahlungseingängen kommt, hat verschiedene Gründe. Neben Streitigkeiten über die Qualität der gelieferten Güter oder der erbrachten Dienstleistungen nannte gut die Hälfte der befragten Unternehmen Liquiditätsprobleme ihrer Kunden als Ursache. Zudem machte fast ein Drittel der Studienteilnehmer die Erfahrung, dass ihre Geschäftspartner die Zahlungsfristen zur Finanzierung nutzen. Beides bringt nicht wenige Lieferanten in die Bredouille: Immerhin 15 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie wegen ausbleibender Zahlungen gezielte Maßnahmen ergreifen mussten, um liquide und
handlungsfähig zu bleiben. Dies versuchen sie, indem sie die Zahlungsziele an ihre Kunden anpassen, bei hohen Rechnungen schneller eine Mahnung oder Zahlungserinnerung schreiben und Forderungen strikter eintreiben.

Dabei setzen immer mehr auf ein externes Forderungsmanagement: Insgesamt 41 Prozent der europäischen Unternehmen arbeiten mit Inkassounternehmen zusammen. Wie aus der Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“ des Marktforschungsinstitut Kantar TNS im Auftrag des Finanzdienstleisters EOS hervorgeht, führten die Profis acht Prozent der ausstehenden Umsätze wieder zurück. Vieles spricht also dafür, dass Firmen frühzeitig mit Spezialisten im Forderungsmanagement zusammenarbeiten.

„Kleinere Betriebe sparen nicht nur wertvolle Zeit. Wer auf Partner zurückgreift, sichert nachhaltig auch seine Liquidität“, sagt Jens Kassow, Geschäftsführer der DV Deutschen Verrechnungsstelle. Deren Services entlasten Handwerk und Mittelstand, indem sie komplexe administrative Vorgänge übernehmen. So können sich Unternehmer ganz aufs Kerngeschäft konzentrieren. Auch wenn die große Wirtschaftspolitik ihre Schatten wirft.  

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